Rettungsstollen Mainzer Tunnel

Bauherr:
DB Netz AG, Frankfurt
Projektverfasser:
ILF Consulting Engineers, Innsbruck
Bauausführung:
ARGE Rettungsstollen Mainzer Tunnel
Partner:
ALFRED KUNZ | Feldhaus Bergbau GmbH + Co. KG | BuM Beton- und Monierbau GmbH
Tech. Geschäftsführung:
ALFRED KUNZ
Kfm. Geschäftsführung:
BuM Beton- und Monierbau GmbH
Objekt:
Rettungsstollen Mainzer Tunnel
Zeitraum:
2015 bis 2017
Summe:
4.000.000 €

Die Strecke Mainz – Mannheim ist ein wesentlicher Bestandteil innerhalb des europäischen Schienennetzes. Im Stadtbereich Mainz verläuft die Strecke, gebündelt mit der Strecke Mainz – Frankfurt zwischen dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Römisches Theater im Neuen Mainzer Tunnel (NMT) und parallel in den Alten Mainzer Tunneln (AMT). Um die Sicherheit dieses Streckenabschnittes zu erhöhen, werden sicherheitstechnische Anpassungen erforderlich. So müssen zur Verkürzung der Fluchtweglängen zusätzlich zwei Verbindungsstollen (Rettungsstollen) zwischen den bestehenden Röhren, einschließlich der Anpassung der sicherheitstechnischen Einrichtungen, hergestellt werden. Der für die Maßnahme relevante Baugrund zeigt folgenden Aufbau: Unter einer anthropogenen Auffüllung bzw. den quartären Deckschichten folgen die tertiären Hydrobienschichten des Mainzer Beckens. Das Tertiär setzt sich aus einer Wechselfolge von mergeligen Tonen, Schluffen, Schluff-Sand-Gemischen sowie Kalkstein- und Mergelsteinlagen zusammen. Die Mächtigkeit der einzelnen Lockergesteinsschichten variiert zwischen wenigen Zentimetern bis hin zu dm-/m-Bereich. Die vorhandenen Kalk-/Mergelsteinbänke können Schichtdicken bis zu ≥1,0 m erreichen.

Die 25 m und 37 m langen Rettungsstollen wurden in bergmännischer Bauweise (Bagger- und Meißelvortrieb) hergestellt. Der Vortrieb des Rettungsstollen A1 erfolgte aufgrund der beengten Verhältnisse aus einem bauzeitlichen, 26 m tiefem Schacht, der vorab abgeteuft wurde, in zwei kurzen Teilstücken in Richtung NMT und AMT. Der Rettungsstollen B1 wurde von einem Einschnitt, dem Eisgrubeinschnitt, aus vorgetrieben. Der Bereich des Baufeldes wurde hierbei durch eine Schutzwand von der in Betrieb befindlichen S-Bahntrasse getrennt. Die Innenschale der beiden Stollen wurde aus feuerbeständigem WU-Beton hergestellt. Zudem war neben der Herstellung der Rettungsstollen auch die Ausführung der technischen Ausstattung Bestandteil der Leistungen. Die Herausforderungen als innerstädtische Baumaßnahme und Projekt „Bauen im Bestand“ entstanden so neben den räumlichen und immissionstechnischen Einschränkungen auch aus der Beibehaltung des Bahnbetriebes in den Bestandstunneln. Dieser wurde bis auf kurzzeitige, geplante Sperrpausen während der Bauzeit der Stollen aufrechterhalten. Vor allem die Anschlüsse der Rettungsstollen an die Bestandstunnel und die Verbindung der technischen Ausstattung (wie BOS, TNS, TBB, EMA) stellte unter der Prämisse der Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs beider Bestandstunnel eine große Aufgabe dar.


Technische Angaben

Bauwerksfunktion:
Flucht- und Rettungsstollen
Tunnellänge:
25 m / 37 m
Ausbruchvolumen:
850 m³
Maximale Überdeckung:
22 m / 19 m
Bauverfahren:
Spritzbetonbauweise (Bagger- / Meißelvortrieb)
Vortriebssicherung:
Spieße, Anker, Ausbaubögen, Spritzbeton

Copyright 2016 - ALFRED KUNZ | Letzte Änderung am 06.08.2018 | Impressum