Sanierung Tunnel Dornap

Bauherr:
Rheinkalk GmbH
Projektverfasser:
Rheinkalk GmbH
Bauausführung:
ARGE Sanierung Tunnel Dornap
Partner:
ALFRED KUNZ | Feldhaus Bergbau GmbH
Tech. Geschäftsführung:
ALFRED KUNZ
Kfm. Geschäftsführung:
Feldhaus Bergbau GmbH
Objekt:
Sanierung Tunnel Hahnenfurth - Hanielsfeld
Zeitraum:
2014 bis 2015
Summe:
550.000 €

Die zur Lhoist Group gehörende Rheinkalk GmbH hat im Jahr 2013 die Sanierung eines firmeneigenen Tunnels ausgeschrieben. Das Projekt umfasst die Sanierungsarbeiten zur Instandsetzung des 1975 errichteten LKW-Tunnel der Rheinkalk GmbH im Werk Dornap. Der Fördertunnel verbindet die Gruben Hahnenfurt und Hanielsfeld miteinander. Das Tunnelbauwerk wies bereits Schäden auf, die einen gesicherten Betrieb nicht mehr zugelassen haben. Aus diesem Grund wurde 2013 eine Bauwerksprüfung durchgeführt, die zur Folge hatte, dass der Tunnel für den weiteren Betrieb gesperrt wurde. Der Tunnel von 0+000,0 m – 0+197,5 m befindet sich komplett im mitteldevonischen Kalk, dem sogenannten Massenkalk, und weist vermehrt Bereiche mit Störungszonen auf. Das Alter des mitteldevonischen Massenkalkes liegt in etwa bei 375 Mio Jahren. Im Wesentlichen besteht das anstehende Gestein aus mittel- bis dickbankigem feinkristallinem Kalkstein mit unterschiedlich ausgeprägter Klüftung und einer flach einfallenden Bankung. Vereinzelt wird der bankige Kalkstein von steilstehenden, ca. 5 cm mächtigen Dolomit- und Kalkspatgängen gequert. Neben nahe der Geländeoberfläche auftretenden Verkarstungserscheinungen wurden auch im Tunnel nach Entfernen des alten Ausbaus großräumige Karsttrichter und Hohlformen, z.T. verfüllt, angetroffen. Zudem quert der Tunnel die Trasse der Bundesbahnstrecke Wuppertal-Vohwinkel–Essen-Überruhr sowie die örtliche Landstraße.

Für die Sanierung wurden abschnittsweise die Ausbaubögen, die Betonausfachung aus Fertigteilplatten und die Hinterfüllung entfernt, der Querschnitt erweitert sowie das Gebirge beräumt und gesäubert. Der entstandene Mehrausbruch und die z.T. angefahrenen Karsthohlräume wurden mit Spritzbeton gesichert, eine bewehrte Spritzbetonschale erstellt und die relevanten Bereiche des Gebirges mit Verankerungen versehen. Anschließend wurde der Tunnel mit einer Innenschale aus zwei Lagen Stahlfaserspritzbeton versiegelt. Zudem wurde am östlichen Portal die bestehende Luftbogenstrecke ersetzt und zur Hangsicherung im Portalbereich ein hochfestes Drahtnetz mit Daueranker gegen Steinschlag und Böschungsinstabilität angebracht. Die Herausforderungen des Projektes lagen grundsätzlich beim Vortrieb in stark verwitterten Kalksteinen, sowie in der Bewältigung der bekannten Störungszonen und der z.T. tiefreichenden Verkarstungshohlräumen und deren Verfüllung.


Technische Angaben

Bauwerksfunktion:
Fördertunnel
Tunnellänge:
197,5 m
Ausbruchvolumen:
ca. 1.300 m³
Maximale Überdeckung:
ca. 25 m
Bauverfahren:
Spritzbetonbauweise (Bagger- / Meißelvortrieb)
Vortriebssicherung:
Anker, Spritzbeton
Besonderheiten:

Innenschale aufgespritzt mit Stahlfaserspritzbeton, reiner Kalottenvortrieb

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