Tunnel Rothenstein

Bauherr:
Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr
Projektverfasser:
K+S Ingenieur-Consult (Ausführungsplanung)
Bauausführung:
ARGE B88 Tunnel Rothenstein
Partner:
STREICHER Tief- und Ingenieurbau Jena | Alfred Kunz Untertagebau
Tech. Geschäftsführung:
STREICHER Tief- und Ingenieurbau Jena GmbH & Co. KG
Kfm. Geschäftsführung:
Alfred Kunz Untertagebau
Objekt:
Neubau B88 Umfahrung Rothenstein
Zeitraum:
2018 bis 2022
Summe:
14.000.000 €

Der 385 m lange Rothensteintunnel ist Bestandteil des Neubaus der Bundesstraße B88 südlich von Jena, welche die unzureichende Infrastruktursituation um Rothenstein verbessern soll. Die leistungsfähigen Bundesstraße verbindet zukünftig die Stadt Jena mit dem südlichen Thüringen und dient als großräumige Verbindung der Verkehrsachsen der BAB A4 und der A9.

Die Tunneltrasse des zweispurigen Straßentunnels wird von der Bestandsbundesstraße 88 im Saaletal südlich von Rothenstein spitzwinklig in den Steilfels geführt und verläuft steigend zum Nordportal an der Nordflanke des Rothensteiner Felsens. Im Schutz eines Rohrschirmes werden die Vortriebsarbeiten von Norden fallend durch die ersten Schichten aus Löß- und Hanglehm und Sandsteinverwitterungszonen beginnend aufgefahren. Die Hauptvortriebsstrecke durchörtert Gebirgsschichten des Mittleren Buntsandsteins, welche meist aus horizontal gelagerten mittelbankigem Sandstein mit blättrigen bis dünnbankigen Ton-Schluffsteinlagen. Die Sandsteinschichten erscheinen im Projektgebiet mit schwankenden Gebirgsfestigkeit und einer sehr hohen Wasserempfindlichkeit. Störungszonen und das gebräche Gebirge erfordern während den Tunnelarbeiten Anpassungen in den Abschlagslängen und der jeweiligen Ausbaudimension, um den komplexen Gebirgsstrukturen und veränderlichen Baugrundbedingungen entgegenzuwirken. Der Tunnel Rothenstein wird mit einer zweischaligen Tunnelkonstruktion bestehend aus einer temporär tragfähigen Spritzbetonaußenschale, die unmittelbar nach dem Ausbruch eingebracht wird und einer wasserundurchlässigen Stahlbetoninnenschale hergestellt.

Der Bauablauf sieht vor den Nordvortrieb 75 m vor dem Durchschlag und dem zukünftigen Südportal zu unterbrechen und anschließend die letzten Meter mittels Gegenvortrieb aufzufahren. Diese Maßnahme ist bautechnisch notwendig, da die neue Tunneltrasse am Südportal spitzwinklig aus der Felssteilwand im Saaletal auf den alten Bundesstraßenverlauf der B88 einmündet. Durch diesen schleifenden, spitzwinkligen Verlauf des Tunnels zur Felssteilwand ist es notwendig den Fels auf einer Länge von 50 m zu unterschneiden und mit Hilfe von Felssicherungsmaßnahmen in Form von vorgespannten Verpressankern vor den Felsausbrucharbeiten zu sichern. Dieses Anschneiden und Unterschneiden der annährend senkrechten Felsformation erfordert ein hohes Maß an Felssicherungsaufwand sowie äußerst gebirgsschonende Ausbrucharbeiten Die Arbeiten werden durch ein permanentes und automatisches Vermessungssystem hinsichtlich der Verformungen überwacht. Das zukünftige Tunnelportal in halboffener Bauweise wird auf Bohrpfählen talseitig tiefgegründet. Sämtliche Arbeiten im Bereich des Südportales finden hierzu auf dem alten Streckenverlauf der Bundesstraße 88 statt, welche an dieser Stelle durch die direkte Nachbarschaft der Bahnstrecke Großheringen– Saalfeld (Luftlinie unter 10 m) und einer dadurch beengten Bausituation charakterisiert werden. Während das Nordportal in klassischer offener Bauweise im Streckenvoreinschnitt erstellt werden kann, fordert die Herstellung des Südportals neben einer aufwendigen Konterschalungskonstruktion diffizile Bauabläufe und Vorausplanungen.


Technische Angaben

Bauwerksfunktion:
Straßentunnel zweispurig
Tunnellänge:
385 m
Ausbruchvolumen:
40.500 m³
Bauverfahren:
Spritzbetonbauweise (Bagger- / Sprengvortrieb)
Vortriebssicherung:
Spritzbeton, Ausbaubögen, Anker, Spieße, Rohrschirm

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